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Klettergebiete im Sauerland

Unter dem Motto Klettersportregion Sauerland wurden in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Klettergebiete neu erschlossen oder bekannte Gebiete erweitert und verbessert.
In dieser Rubrik findet Ihr aktuelle Informationen zu diesen Gebieten wie Lage, Zugang oder Verhaltensregeln. Soweit verfügbar, werden an dieser Stelle auch Topos als PDF-Download zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen wie aktuelle Schutzzeiten bei brütenden Vögeln oder den Service zur Fahrplanabfrage der Deutschen Bahn findet Ihr auf der Website:
Eine Übersicht über die Lage der Gebiete findet Ihr hier:
| A | Scharpenbeul | H | Meisterstein | ||
| B | Unterer Elberskamp | I | Steinkuhle Neuastenberg | ||
| C | Borghauser Wand | J | Steinschab | ||
| D | Lenneplatte | K | Kapplerstein | ||
| E | Hönnetal | ||||
| F | Hillenberg-West | ||||
| G | Am Bähnchen |
Hier geht es zu den Neuigkeiten aus den Gebieten im Sauerland
Klettergeschichte im Sauerland
Die ältere Klettergeschichte des Sauerlandes spielte sich vor allem an den Bruchhauser Steinen und den Felsen im Hönnetal ab. Die Entwicklung setzte bereits vor dem 1.Weltkrieg ein, und für die zahlreichen aktiven Kletterer aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus dem ostwestfälischen Raum, waren dies die wichtigsten und bekanntesten Klettergebiete, vor allem um sich für alpine Klettertouren vorzubereiten. Bereits in den 1940er Jahren begann der aus Sachsen stammende Siegfried Markschat, zusammen mit dem Paderborner Willi Balkenhol, die Bruchhauser Steine intensiv zu
erschließen. In den 1950/60er Jahren entwickelten vor allem Franz Stratmann, Paul H. Steinacker, Gerd Sander sowie Wolfgang Heckmann und einige junge Münsteraner Kletterer um Klaus Sundermann die Bruchhauser Steine zu einem der bedeutendsten Klettergebiete im Nordwestdeutschen Raum. Einen der Meilensteine des Sportkletterns schuf Chris Knieper mit der freien Durchsteigung desNordwandpfeilers, welche den 9. Schwierigkeitsgrad erreicht. Dokumentiert wurde diese Klettergeschichte in privaten Aufzeichnungen von Klaus Sundermann und einem handschriftlich verfassten Führer von Franz Stratmann über die 1950/60er Jahre sowie dem 1972 erschienenen Führer von Paul H.Steinacker (überarbeitete Neuauflagen 1981 und 1989). Im Juni 1988 erschien der erste topografische Führer von Christoph Knieper.
Im Hönnetal, einem Gebiet mit einer herausragenden Felsqualität im Massenkalk, zählten Namen wie Gerd Sander oder Wolfgand Heckmann zu den Protagonisten der ersten aktiven Erschließung. Die letzte rege Erschließungsphase spielte sich 1983/84 ab, in dieser Zeit wurde das Klettern nochmals geduldet, wobei vor allem Martin Arnswald zahlreiche neue Wege erschloss. Martin Arnswald war es auch, der Mitte der 1990er Jahre trotz der Kletterverbote eine Chronik über die Klettertouren im Hönnetal verfasste, damit der Klettersport hier nicht in Vergessenheit geriet. Als klettersportlicher Markstein im Hönnetal wäre z.B. die erste Rotpunktbegehung von Hartmut Blasczyk an der "Süd-West-Führe" des kleinen Schluchsteins zu nennen. 1984 mit EB's geklettert, ohne Bohrhaken und mit alten (Rost-) Normalhaken gesichert und mit 9-/9 bewertet.
Einen weiteren Meilenstein stellt z.B. die erste Rotpunktbegehung durch Bernd Weißgerber an der Club-Kante im Schwierigkeitsgrad 9 am Uhuturm dar. Der 9. Grad wurde zwei Jahre später auch von Stefan Glowacz bestätigt, der nach einer Vortagsveranstaltung im Ruhrgebiet dem Hönnetal einen Besuch abstattete.
Den ersten Kletterführer über das Hönnetal verfasste aber Wolfgang Heckmann in den 1960er Jahren, dem 1986 ein Topoführer von Thomas Fischer folgte. Seit den frühen 1990er Jahren ruht in beiden Gebieten das Klettern (bis auf wenige Ausnahmen im Hönnetal) aus Naturschutzgründen und mit Steinschab und Meisterstein wird nun ein Neubeginn im Sauerland versucht.
Seit den frühen 1980er Jahren erlebt auch das Biggetal mit seinen zahlreichen Kalkfelsen und aufgelassenen Steinbrüchen, vor allem seit den Sperrungen in den traditionellen Gebieten, einen starken Andrang zum Klettern. Uralte Rosthaken zeugen aber, wenngleich nur in wenigen Touren, schon von viel länger zurück liegenden Kletteraktivitäten, die selbst heute noch den Respekt vor der Courage der „Alten“ hervorrufen. Einen Markstein im Sportklettern legte hier Theo Konstandakopulos, der im Juni 2007 die erste Route im UIAA-Grad 10+ kletterte. In der Karstwand im „Unteren Elberskamp“ in Finnentrop-Heggen legte er mit Karthasis (10+) eine knallharte Linie durch die Wand, die derzeit DAS Testpiece im Sauerland darstellt.
Die Region des Sauerlandes

Der Möhnesee (Foto: Gerd Flaig)
Die Region des Sauerlandes umfasst die Landkreise Olpe, Märkischer Kreis und Hochsauerlandkreis sowie südliche Teile des Kreises Soest und das Waldecker Upland, welches bereits nach Hessen hinein ragt. Im Westen geht das Gebiet ins Bergische Land über, im Süden liegt das Siegerland und das Wittgensteiner Land , im Norden geht das Sauerland in die Hellwegbörden und im Nordosten in das Weserbergland und das Eggegebirge über.
Der Charakter der Landschaft wird durch Berge, Täler, Wälder, Wiesen, Ackerfluren sowie durch einige tiefer eingeschnittene Flusstäler, wie das von Lenne, Bigge oder Volme, geprägt.
Die höchsten Berge des Sauerlandes sind der Langenberg (843 m) und der Hegekopf (842 m) bei Willingen und der Kahle Asten (841 m) bei Winterberg. Dies sind auch die Zentren für die Wintersportgebiete im Sauerland.
Quelle: wikipedia.de
Geologie im Sauerland
Wo heute das „Land der tausend Berge“ liegt, wie das Sauerland häufig genannt wird, dehnte sich im Zeitalter des Devon ein warmes, subtropisches Meer aus, welches mit seiner Bildung von Sedimentgesteinen wesentlich die Geologie beeinflusst. Zum einen waren es die Ablagerungen von Erosionsmaterial, Tonsteinen mit wechselnden Anteilen von Sand und Schluff, welches die heute vorwiegend anzutreffenden Tonschiefer gebildet haben. Andererseits waren es Korallenriffe und Ablagerungen der kalkhaltigen Knochenreste von abgestorbenen Meerestieren, welche mächtige Kalkbänke geschaffen haben.
Heute zählt das Sauerland mit seinen Bergen und Tälern zum Rheinischen Schiefergebirge, dessen Auffaltung sich während der variskischen Gebirgsbildung im erdgeschichtlichen Zeitalter des Tertiär und Quartär vollzog. Während die Gebirgsdecken im Sauerland hauptsächlich aus sedimentären Tonschiefern des Devon bestehen, sind die Bruchhauser Steine aus vulkanischen Gesteinen, dem Quarzkeratophyr, das in Erdspalten nach oben kam und dort erstarrte, aufgebaut.
Erwähnenswert wäre noch eine Linie aus Diabasgestein vulkanischen Ursprunges, welche sich vom Clemensberg bei Niedersfeld in SW-Richtung über Iberg und Meisterstein durch das Sauerland zieht und heute in Steinbrüchen, welche sich zum Klettern eignen, aufgeschlossen sind.
Die Massenkalkfelsen im Hönnetal, welche zum Hagener Massenkalkgebiet zu zählen sind, verdanken ihre Entstehung maritimen Sedimentbildungen des Devons aus fossilienreichen Meeresablagerungen oder Blöcken ehemaliger Korallenriffe und erreichen eine Mächtigkeit von bis zu 600 m. Hier befand sich die Nordküste der so genannten Belgisch-Münsterländer Bucht, an dessen Küstensaum die Korallenriffe entstanden waren.
Die alpinische Gebirgsfaltung zur Zeit des Tertiär führte zur Bildung von hohen Sätteln und tiefen Mulden (Balver Wald-Hönnetal), welche noch heute das typische Relief der Landschaft prägen und mit erneuten Erosionsvorgängen auch das Hönnetal geschaffen haben.
Die Kalkfelsen im Biggetal zählen zur so genannten „Attendorner-Elsper Kalksenke“ und verdanken ihre Entstehung den selben Sedimentbildungen des Devon, wobei hier noch in einem Teilbereich ein 380 Millionen altes devonisches Riff, von der Lagune bis zur Brandungszone, nachweisbar ist.
